Kurzzeitpflege

Werden Menschen in häuslicher Umgebung gepflegt, kann es immer wieder Situationen geben, die es kurzzeitig unmöglich machen, die Pflege wie bisher so weiter zu führen. Das wäre z. B. der Fall, wenn pflegende Angehörige aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls mit schwerwiegenderen Folgen kurzfristig ausfallen. Auch Schäden an der Wohnung des Senioren (z. B. Wasserschäden, Sturmschäden usw.) können es notwendig machen, den geriatrischen Patienten kurzfristig stationär aufzunehmen.

Was ist Kurzzeitpflege?

Bei der Kurzzeitpflege werden pflegebedürftige Menschen für maximal 56 Tage / Jahr stationär aufgenommen.

Kurzzeitpflege vs. Verhinderungspflege: die Unterschiede

Während der zu Betreuende bei der Verhinderungspflege  weiterhin in seiner gewohnten Umgebung bleiben kann, zieht er bei der Kurzzeitpflege für einen begrenzten Zeitraum in ein Pflegeheim bzw. eine Pflegeeinrichtung.

Wissenswert: Wurden die sechs Wochen der Verhinderungspflege nicht aufgebraucht, besteht die Möglichkeit diese auf die Kurzzeitpflege umzulagern. Umgedreht ist das genauso möglich.

Welche Voraussetzungen müssen für einen Anspruch auf Kurzzeitpflege erfüllt sein?

Erst ab Pflegegrad 2 besteht die Möglichkeit, Kurzzeitpflege zu beantragen (max. 1612 € / Jahr).

Wissenswert: Auch Personen, die aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit pflegebedürftig werden, haben ein Anrecht auf Kurzzeitpflege. Selbst wenn sie noch keinen Pflegegrad  (ehemals: Pflegestufe) haben.

Achtung, die Kosten für die Kurzzeitpflege werden nur von der Pflegekasse getragen, wenn diese über eine entsprechende Zulassung verfügen. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen:

  • Der pflegende Angehörige muss selbst eine Reha-Maßnahme teilnehmen oder eine stationäre Vorsorgeuntersuchung absolvieren. In so einem Fall hat dieser die Möglichkeit, den Pflegebedürftigen direkt mitzunehmen und ihn in derselben oder einer nahe liegenden Einrichtung unterzubringen.
  • Ist der Pflegebedürftige zusätzlich noch von einer Behinderung betroffen, kann er auch in einer anderen Einrichtung untergebracht werden. Es muss aber eine Einrichtung sein, die seinen speziellen Bedürfnissen gerecht werden kann.

Welche Kosten werden bei der Kurzzeitpflege von der Pflegekasse getragen?

  • Pflegekosten
  • Investitionskosten
  • Unterbringung und Verpflegung

Für die Kurzzeitpflege trägt die Pflegekasse maximal 1.612 € + 125 € für Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Zusätzlich kann noch das Budget der Verhinderungspflege abgerufen werden, sollte es für das laufende Jahr noch nicht beansprucht worden sein.

Achtung, gehen die Kosten der Kurzzeitpflege über die Zuschüsse der Pflegekasse hinaus, dann muss die Differenz aus eigener Tasche bezahlt werden. Hat der pflegebedürftige Patient die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung müssen seine Angehörigen oder das Sozialamt einspringen.

Wann ist Kurzzeitpflege sinnvoll?

Es gibt eine Reihe an Szenarien, bei denen die Kurzzeitpflege dabei helfen kann, die Krisensituation schnell zu entschärfen.

  • Der Pflegebedürftige ist nach einem Aufenthalt im Krankenhaus noch nicht wieder so auf dem Damm, um in seine häusliche Umgebung zurückzukehren.
  • Der Senior hat einen Unfall erlitten, der Einschränkungen mit sich gebracht hat, die es dem Betroffenen kurzfristig unmöglich machen, in seiner häuslichen Umgebung zu bleiben.
  • Die Pflegebedürftigkeit des Patienten tritt so plötzlich auf, dass die Familie Zeit benötigt, um die häusliche Umgebung auf dessen Bedürfnisse anzupassen.
  • Pflegende Angehörige fallen kurzfristig aufgrund von Urlaub, Krankheit oder einem Unfall aus.
  • Die pflegenden Angehörigen brauchen eine kurzfristige Entlastung.
  • Der zu betreuende Senior soll dauerhaft in einer stationären Pflegeeinrichtung untergebracht werden, es ist aber aktuell noch kein Platz für ihn frei.

Tipp: Steht die Frage im Raum, ob ein geriatrischer Patient dauerhaft in einer Senioren-Pflegeeinrichtung einziehen soll, dann ist die Kurzzeitpflege eine gute Möglichkeit zu testen, wie diesem die stationäre Pflege bekommt.

Wissenswert: Bei der Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad (ehemals: Pflegestufe) trägt die Krankenkasse die Kosten und nicht die Pflegekasse.